Keimbrot unterscheidet sich deutlich von herkömmlichem Brot. Der wichtigste Unterschied liegt bereits im Rohstoff. Während normales Brot meist aus Mehl gebacken wird, entsteht Keimbrot aus Getreide, das zuerst keimen darf. Dieser Schritt verändert das Korn bereits vor dem Backen.
Der natürliche Keimprozess
Wenn ein Getreidekorn Wasser aufnimmt und die richtigen Bedingungen vorfindet, beginnt es zu keimen. Das Korn startet damit den Wachstumsprozess einer neuen Pflanze. In diesem Moment werden im Korn Enzyme aktiviert. Diese Enzyme beginnen, gespeicherte Nährstoffe umzubauen. Stärke wird teilweise in einfachere Zucker aufgespalten und andere Inhaltsstoffe verändern ihre Struktur.
Dieser Prozess ist vollkommen natürlich und findet in der Natur jedes Mal statt, wenn ein Korn zu wachsen beginnt.
Vom gekeimten Korn zum Brot
Sobald das Getreide den gewünschten Keimgrad erreicht hat, wird es weiterverarbeitet. Je nach Rezept wird das gekeimte Korn zerkleinert oder direkt zu einem Teig verarbeitet.
Im Gegensatz zu herkömmlichem Brot bleiben dabei alle Bestandteile des Korns erhalten – der Keimling, die Schale und das Innere des Korns. Danach folgt der Backprozess, bei dem das Brot seine typische Kruste und Struktur erhält.
Geschmack und Struktur
Viele Menschen beschreiben Keimbrot als besonders aromatisch. Durch den Keimprozess entstehen leicht nussige Geschmacksnoten. Auch die Textur unterscheidet sich oft von klassischem Brot. Keimbrot besitzt häufig eine saftige Krume und eine etwas dichtere Struktur.
Eine alte Idee, modern umgesetzt
Brot aus gekeimtem Getreide ist keine neue Erfindung. In verschiedenen Kulturen wurde gekeimtes Getreide bereits vor Jahrhunderten genutzt.
Heute verbinden moderne Hersteller dieses traditionelle Wissen mit kontrollierten Herstellungsprozessen. Dadurch entsteht ein Brot, das sowohl geschmacklich als auch in seiner Herstellung besonders ist.